Praxistest: Digitale Fotorahmen
Um Ihre schönsten Fotos zu präsentieren, ist ein digitaler Bilderrahmen genau das Richtige. 13 aktuelle Geräte mit hoher Auflösung in den Größen von 7 bis 10 Zoll im Test.
Digitale Bilderrahmen: Nur mit hoher Auflösung empfehlenswert. (Foto: Chip)
Wenn Sie Ihre Fotos weder ausdrucken noch umständlich am Rechner herzeigen wollen, dann sind die schicken Displays, die Ihre Fotos als Standbilder oder Diashow wiedergeben, eine interessante Alternative. Dazu brauchen Sie bloß die Speicherkarte in die Slots auf der Rückseite stecken und den Bilderrahmen mit Strom versorgen. Damit Sie auch Spaß an der Fotoshow haben, sollten Sie aber darauf achten, dass der Bilderrahmen wie die Geräte in unserem Vergleichstest mindestens 720×480 Pixel auflöst – lassen Sie sich nicht von vermeintlichen 70-Euro-Schnäppchen blenden, die nur mit 480×234 Pixel arbeiten. Das ist nämlich viel zu wenig, um ein Foto scharf darstellen zu können.
Achten Sie auf das Format
Kompaktkameras nehmen Fotos im Seitenverhältnis 4:3 auf, Digital-Spiegelreflexkameras (DSLR) meist in 3:2. Viele Bilderrahmen haben aber das 16:9-Format – in der Wiedergabe werden die Fotos daher an den Rändern abgeschnitten, wenn sie den kompletten Bilderrahmen ausfüllen sollen. Entscheidet man sich für die Anzeige im Original-Seitenverhältnis, bleiben die Flächen am Rand des Bildschirms schwarz. Nicht von diesem Problem betroffen sind nur folgende Geräte: Kompaktdigicam-Fotos ohne Verlust können nur die Rahmen mit 800×600 Pixel Auflösung anzeigen, DSLR-Fotos ohne Beschnitt können nur Modelle mit 720×480 Pixel wiedergeben.
Hoch oder quer
Sie sollten bei der Auswahl der Fotos für die Wiedergabe darauf achten, dass sie entweder nur hochformatige oder querformatige Fotos für die Diashow auswählen und den Rahmen dementsprechend aufstellen – die meisten Fotorahmen drehen die Aufnahmen nicht automatisch – und wenn doch, dann ist ein hochkant aufgenommenes Foto in Vollansicht in einem horizontal stehenden Rahmen viel zu klein und die restliche Bildschirmfläche erscheint schwarz.
7-Zoll-Rahmen: Edel und gut
Die Marken-Geräte mit 7-Zoll-Diagonale von Philips, Samsung und Toshiba überzeugen durchweg mit toller Bildqualität und edlem Look, doch die Bedienung ist nicht sonderlich komfortabel.
Philips 7FF1M4: Edel und hochwertig. (Foto: Chip)
Philips 7FF1M4
Design und Verarbeitung des 7FF sind Top, in der Packung liegen noch vier Wechselrahmen in Rot, Silber, Schwarz und Weiß bei. Die Bedienung erfolgt manuell und ist im Vergleich zur Konkurrenz wegen der Mehrfachbelegung der Tasten recht umständlich. Steckt beim Einschalten eine Speicherkarte im Slot (kompatibel zu allen Formaten außer xD-Card), kopiert das Gerät die Fotos ungefragt in den internen Speicher, und rechnet sie dabei auf 720×540 Pixel herunter. Das Löschen dieses Speichers nervt, weil man jedes einzelne Foto anklicken und den Löschvorgang bestätigen muss. Fotos kann der Philips für die Slideshow nur drehen, wenn sie im internen Speicher abgelegt sind. Wie die meisten anderen 7-Zöller löst der 7FF 800×480 Pixel auf und beschneidet die Fotos bei Vollbildanzeige am Rand. Die Bildqualität ist sehr gut – der Samsung SPF-72V ist allerdings noch etwas brillianter. Der Philips ist mit 3,9 Watt Stromverbrauch ein echter Energiesparer.
Preis: etwa 190 Euro
Samsung SPF-72V: Vollausstattung und exzellente Bildqualität. (Foto: Chip)
Samsung SPF-72V
Der schicke 7-Zöller ist hochwertig verarbeitet und mit einem WLAN-Modul sowie Steckplätzen für die gängigen Speicher-
kartenformate ausgestattet. Neben Fotos kann der SPF-72V auch Videos und Ton abspielen. Die Bedienung erfolgt über Tasten am Gehäuserand, wobei die Menüstruktur zwar übersichtlich ist, doch gelingt die Handhabung bei Geräten mit Fernbedienung bequemer. Was stört, ist die Geschwindigkeit: es dauert recht lange, bis die Bilder von der Speicherkarten übertragen und als Thumbnails angezeigt werden, auch auf Eingabebefehler reagiert der Samsung verzögert. Mit einer Auflösung von 800×480 Pixel werden die Fotos bei Vollbildanzeige am Rand beschnitten. Die Bildqualität ist sehr gut: Fotos gibt der SPF-72V schön scharf, hell und kontrastreich wieder. Für einen 7-Zöller ist der Stromverbrauch mit gemessenen 11,6 Watt relativ hoch – Schuld daran ist die WLAN-Einheit.
Preis: etwa 220 Euro
Samsung SPF-72H: Ohne WLAN, aber 80 Euro günstiger. (Foto: Chip)
Samsung SPF-72H
Im Design und in der Bedienung gleicht der 72H dem 80 Euro teureren 72V wie ein Ei dem anderen, dafür kommt er ohne WLAN, Video und Ton daher – aber er hat 128 statt 64 MByte internen Speicher. Auch die Auflösung von 800×480 Pixel ist identisch, jedoch scheint Samsung hier ein anderes Panel zu verbauen, denn die Bildqualität ist zwar ebenso scharf, doch erscheinen die Fotos beim SPF-72H dunkler und etwas weniger kontrastreich. Insgesamt ist die Bildqualität aber gut. Positiver Nebeneffekt der schlichteren Ausstattung ist der geringere Stromverbrauch, den wir mit 7,6 Watt gemessen haben.
Preis: etwa 140 Euro
Toshiba Tekbright Photo Frame: Günstig und gut. (Foto: Chip)
Toshiba Tekbright Photo Frame (PA 3815)
Günstigster 7-Zöller in dieser Klasse ist der Toshiba, doch Design und Verarbeitung sind auf einem Level mit den teureren Kon-
kurrenten. Auch die sehr gute Bildqualität mit natürlichen Farben sowie hoher Schärfe und gutem Kontrast überzeugt. Die Bedienung erfolgt ebenfalls per Tastendruck und der Kartenslot nimmt alle üblichen Formate auf. Mit einer Auflösung von 720×480 Pixel zeigt der Tekbright Fotos von der DSLR im Vollbildmodus komplett an, Fotos von Kompakt-Digicams mit leichtem Beschnitt. Praktisch: hochkant aufgenommene Fotos dreht der Toshiba während der Präsentation automatisch – diese erscheinen dann natürlich verkleinert. Nicht nur der Kaufpreis ist günstig, sondern auch der Betrieb, da der Bilderrahmen mit 3,4 Watt auskommt.
Preis: etwa 120 Euro
8-Zoll-Rahmen: Das richtige Format
Besonders praktisch: Modelle mit 800×600 Pixel Auflösung geben Fotos von der Kompakt-Digicam formatfüllend ohne Beschnitt wieder. Die Bildqualität ist ebenso gut wie die der kleineren 7-Zoll-Rahmen, doch die Fotos wirken merklich größer.
Aiptek Digital Photo Frame Monet: Attraktives Design, gute Qualität. (Foto: Chip)
Aiptek Digital Photo Frame Monet
Mit ansprechender Materialqualität und Form sowie ordentlicher Verarbeitung gefällt der Aiptek. Auch die inneren Werte stimmen: Die Bildqualität ist scharf und gut – wenn auch einen Tick weniger brilliant als beim Hama, Cytem oder Kodak. Die Fernbedienung erleichtert die Handhabung, der Bilderrahmen dreht hochkant aufgenommene Fotos automatisch und verarbeitet neben JPEGs auch Filme und Musik. Wegen des 16:9-Formats (800×480) werden die Fotos bei Vollbildansicht aber beschnitten. Der gemessene Stromverbrauch von 7,6 Watt ist unauffällig.
Preis: etwa 150 Euro
Cytem Visuo VS800-MM: Spitzen-Bildqualität und komfortable Bedienung. (Foto: Chip)
Cytem Visuo VS800-MM
Der VS800-MM überzeugt mit schlichter Eleganz und guter Verarbeitung. Die Highlights sind die exzellente und kontrastreiche Bildqualität und die besonders einfache Bedienung. Diese erfolgt per Fernbedienung über ein gut gegliedertes, übersichtliches Menü. Hier lassen sich auch Helligkeit, Farbe, Kontrast und Tönung der Bilder gezielt für optimale Wiedergabe anpassen. Mit 800×600 Pixel Auflösung zeigt der Cytem Fotos von der Kompakt-Digicam formatfüllend ohne Beschnitt an, kann auch Video und Musik wiedergeben und bringt 128 MByte Speicher und Kartenslots für alle Formate mit. Bilder selbsttätig rotieren kann das Gerät allerdings nicht und der Stromverbrauch fällt mit gemessenen 11,7 Watt recht hoch aus.
Preis: etwa 180 Euro
Hama Digitaler Bilderrahmen 8´´: Der Tipp für clevere Rechner. (Foto: Chip)
Hama Digitaler Bilderrahmen 8´´
Ein besonders schickes Design hat der günstige Hama zwar nicht zu bieten, wohl aber eine sehr gute Bildqualität mit exzellenter Schärfe. In der Standardeinstellung erscheinen die Fotos etwas hell, doch wenn Sie den Kontrast im Menü leicht herunterregeln, ist die Bildwiedergabe optimal. Daneben überzeugt der 8-Zöller auch mit praktischen Details: Neben Fotos gibt der Hama auch Videos wieder, bietet Vollbilddarstellung mit 800×600 Pixel und lässt sich bequem per Fernbedienung steuern und dreht Fotos schnell auf Knopfdruck. Die Schwächen: Die Bedienungsanleitung ist nur mit der Lupe lesbar, das Menü ist in englischer Sprache, das Stromkabel ist sehr kurz und der Stromverbrauch von 9,6 Watt ist relativ hoch.
Preis: etwa 140 Euro
Highpeq Digital Photo Frame PV-820: Unscharf trotz 800×600 Pixel. (Foto: Chip)
Highpeq Digital Photo Frame PV-820
Zwar hat auch der PV-820 das praktische Format von 800×600 Pixel, doch die Bildqualität kann mit der Konkurrenz nicht mithalten: Die Wiedergabe ist so unscharf, dass man auf eine deutlich geringere Auflösung tippen würde. Erstaunlich ist, dass die mit einer DSLR aufgenommenen Testfotos noch verwaschener angezeigt werden als die Testfotos von der Kompakt-Digicam. Damit disqualifiziert sich der Bilderrahmen in diesem starken Testfeld trotz Fernbedienung, guter Funktionalität und akzeptablem Stromverbrauch (6,6 Watt).
Preis: etwa 130 Euro
Kodak EasyShare EX811: Düsterer Look, aber sehr gute Bildqualität. (Foto: Chip)
Kodak EasyShare EX811
Das mattschwarze Kunststoffgehäuse gewinnt keinen Design-Preis, doch an der Bildqualität gibt es nichts zu meckern: Fotos zeigt der Kodak auf seinem Active-Matrix-LCD scharf, kontrastreich und mit schönen Farben an. Wegen des 16:9-Formats (800×480) werden die Fotos bei Vollbildansicht aber beschnitten. Die Bedienung ist dank Fernbedienung komfortabel, im Menü lässt sich die Ausrichtung des Rahmens angeben und dann dreht der Kodak hochkant aufgenommene Bilder automatisch. Musik- und Videowiedergabe beherrscht das Gerät ebenfalls, WLAN-Modul (802.11 b/g) und 128 MByte interner Speicher sind auch an Bord. Der Stromverbrauch von 6,2 Watt geht in Ordnung.
Preis: etwa 170 Euro
9/10-Zoll-Rahmen: Nicht ganz so scharf
Auf den großen Bilderrahmen wirken Fotos noch beeindruckender, doch im Vergleich zu den ansonsten weitgehend baugleichen 8-Zoll-Geräten ist der Preis höher und die Bildschärfe fällt etwas geringer aus.
Cytem Visuo VS1020-MM: Der beste 10-Zöller im Test. (Foto: Chip)
Cytem Visuo VS1020-MM
Bei Cytem kostet die große Variante 20 Euro mehr als die kleine – dafür muss man aber auf das praktische Format 800×600 verzichten, das dem Seitenverhältnis von Fotos entspricht, die mit einer Kompakt-Digicam aufgenommen wurden. Beim Visuo VS1020-MM lautet die Auflösung 800×480 Pixel, wodurch Fotos bei Vollbildansicht beschnitten werden. Die Bildqualität ist fast so exzellent wie beim VS800, doch fällt die Schärfe etwas geringer aus. Die ergonomische Bedienung und den Funktionsumfang teilt sich der VS1020-MM mit dem kleinen Bruder, erstaunlicherweise verbraucht er nicht einmal mehr Strom (11,6 Watt im Betrieb).
Preis: etwa 200 Euro
Highpeq Digital Photo Frame PV-1040: Genau so unscharf wie die 8-Zoll-Variante. (Foto: Chip)
Highpeq Digital Photo Frame PV-1040
Der PV-1040 leidet unter demselben Manko wie der kleinere PV-820: Die Bildschärfe ist zu gering, und hier wird dieser Eindruck durch das größere Panel noch verstärkt. Da hilft auch das gegenüber dem PV-820 attraktivere Gehäusedesign nichts – mit den Konkurrenten in dieser Größenklasse kann der Highpeq Digital Photo Frame PV-1040 nicht mithalten, ist aber genauso teuer.
Preis: etwa 210 Euro
Kodak EasyShare EX1011: Gute Bildqualität, einfache Bedienung. (Foto: Chip)
Kodak EasyShare EX1011
Der große Bruder des EasyShare EX811 kostet etwa 30 Euro mehr und teilt sich mit diesem das Design, den Funktionsumfang und das Bedienkonzept. Auf dem 10-Zoll-Display mit ebenfalls 800×480 Pixel Auflösung wirken die Fotos etwas weniger scharf als beim EX811, ohne jedoch verpixelt oder blockig zu erscheinen. Insgesamt ist die Bildqualität aber dank überzeugender Farb- und Kontrast-
wiedergabe gut. Der Stromverbrauch fällt mit 11,4 Watt aber höher aus.
Preis: etwa 200 Euro
Philips 9FF2M4: Gutes Gerät mit schickem Design. (Foto: Chip)
Philips 9FF2M4
Der 9-Zoll-Philips unterscheidet sich vom 7FF1M nicht nur im Gehäusedesign, sondern auch im Funktionsumfang und in der Bedienung. So kann er auch xD-Karten verarbeiten, hat einen größeren internen Speicher und lässt sich mit einem kleinen Joystick an der Seite wesentlich bequemer bedienen, ohne jedoch den Komfort der Fernbedienungsmodelle zu erreichen. Auch hochkant aufgenommene Fotos von der Karte lassen sich drehen, doch obwohl das Menü den Punkt Autorotation anbietet, erscheinen hier nur jene Fotos gedreht, die zuvor im internen Speicher abgelegt sind. Die Bildqualität (800×480 Pixel) ist gut und gefällt mit feinen Farben, die Schärfe ist etwas geringer als beim 7-Zöller, doch immer noch überzeugend. Der Stromverbrauch ist mit 11,5 Watt aber höher.
Preis: etwa 230 Euro
Fazit: Hohe Bildqualität
Eine überzeugende Bildqualität bieten außer den Highpeq-Modellen alle digitalen Bilderrahmen im Test. Wichtige Kriterien für die Kaufentscheidung sind der Bedienkomfort und das Seitenbildverhältnis der Bildschirme.
Modelle mit 7- oder 8-Zoll-Diagonale bieten eine schärfere Bildwiedergabe als die 10-Zöller und sind meist auch günstiger. Besonders praktisch sind dabei Geräte, deren Display dem Seitenverhältnis der Digitalfotos entsprechen (800×600 oder 720×480 Pixel) und die sich bequem per Fernbedienung steuern lassen.
Wenn Sie einen günstigen Rahmen suchen, doch keine Abstriche bei der Bildqualität machen wollen, empfehlen sich daher der Toshiba Tekbright Photo Frame (7 Zoll) für etwa 120 Euro oder der Hama Digitale Bilderrahmen (8 Zoll) für etwa 140 Euro. Wenn Sie mehr wollen als „nur“ sehr gute Bildqualität, dann punktet der schicke Cytem Visuo VS800-MM (etwa 180 Euro) mit besonders komfortabler Bedienung. Kodak EasyShare EX811 (etwa 170 Euro) und Samsung SPF-72V (etwa 220 Euro) gefallen mit Voll-Ausstattung – der Kodak ist aber nicht sonderlich elegant und der hübsche Samsung etwas lahm.
Das sollten Sie wissen
Wenn Sie sich für einen digitalen Bilderrahmen entscheiden, sollte Ihnen bewusst sein, dass die Geräte einige konstruktionsbedingte Eigenheiten aufweisen, die im Alltag ganz schön nerven können. So gestaltet sich die Handhabung ohne Fernbedienung umständlich. Und wenn Sie den Rahmen aufstellen, hängt das Stromkabel herunter, weil die Geräte nicht für den Akku-Betrieb ausgelegt sind – damit scheidet die Montage an der Wand praktisch aus. Strom brauchen die Fotorahmen natürlich auch, aber der von uns gemessene Energieverbrauch von durchschnittlich etwa 8 bis 10 Watt ist nicht besorgniserregend.
(Alexander Schauer)